среда, 11 декабря 2013 г.

Текстильные открытки или лоскутная дружба!!!!

Вчера вечер был посвящен Новогодней игре "Снежинки". всем отправила адреса. сделала пост. Мой муж долго смотрел, чем я занимаюсь.. потом не выдержал и стал мне помогать........

Утром я опять задала себе вопрос: "Чем же я занимаюсь?" и не смогла найти однозначного ответа.... А вечером. вечером у меня долго не работала почта, я стала пить чай и наматывать круги вокруг компьютера. по научному у этого действия есть точное определение - ПРОКРАСТИНАЦИЯ, да, хоть это я знаю точно. Занималась Прокрастинацией, т.е. делала все что угодно, только не то. что надо))))))))))
И вот, почта заработала! Там меня ждали важные, ценные письма! Информация просто сногсшибательная!!!!!!!! Спешу поделиться радостью вместе со всеми!

Сразу два сообщения с Германии: от Беате Шульт и Валерии Межибовской. Они спешат нас порадовать.
А теперь маленькое лирическое отступление) В Германии, как и в других европейских странах, существует Гильдия лоскутного шитья. Гильдия издает на членские взносы свой журнал. который нельзя купить, его получают только члены Гильдии. К этим членам, как уже понятно, относятся наши лоскутные подруги - Беате и Валерия!!!! Сегодня они получили журнал, в котором на 4 страницах размещена статья о лоскутной дружбе между российскими и немецкими квилтерами!!!!!!!!
Конечно же, я знала, что Беате написала статью, Опять лирическое отступление. Беате выступала на собрании Гильдии и рассказала о нашей дружбе. это всех заинтересовало и ей предложили подготовить материал. Но никто не знал в каком объеме ее напечатают. напечатают ли вообще! ! Статья в полном объеме - 4 страницы, вышла в печать!
Беате, от всей души поздравляю Вас, как автора статьи, так и всех нас. как участниц всеобщего увлечения лоскутным шитьем и любительниц проектов с этим ПРАЗДНИКОМ!


Лирики на сегодня хватит. пора перейти к самому главному: Я знаю, чем я занимаюсь! Живу интересной и насыщенной жизнью: шью, дружу, общаюсь! И это здорово!
Спасибо всем за лоскутную дружбу!

а теперь статья:






Кто владеет немецким языком, может почитать и саму статью :

Wie die meisten nicht mehr ganz jungen Gildemitglieder mit ostdeutschen Wurzeln bin ich nach der politischen Wende wegen des nun vorhandenen Überflusses an schicker Bekleidung einerseits und durch die ganz neuen Möglichkeiten der Beschaffung von Literatur, Stoffen und Werkzeugen andererseits vom Selbstschneidern meiner Garderobe auf das Patchwork- und Quilthobby „umgestiegen“. Wie habe ich die westdeutschen Frauen um ihre deutlich besseren sprachlichen Voraussetzungen beneidet, mit denen sie sich Original-Literatur aus dem Patchwork-Mutterland USA erschließen und persönlich Kontakte zu amerikanischen und westeuropäischen Gleichgesinnten knüpfen konnten. Unser mehr oder weniger ungeliebtes Schulrussisch, ohnehin fast ganz vergessen, war doch dagegen nutzlos geworden.

„Oder doch nicht nutzlos?“ dachte ich, als ich 2007 die Patchworktage in Berlin besuchte und völlig unerwartet eine umfangreiche Ausstellung von Quilts aus Russland mit lebensfroher, zauberhafter Ausstrahlung vorfand. Auch waren einige russische Damen anwesend, die den Besuchern zeigten, wie man aus einfachen Flicken mit wenig Aufwand traditionelle russische Püppchen und andere Figuren machen kann. Ich war begeistert und habe seitdem Berichte über Patchwork in Russland und deutsch-russische Quiltkontakte interessiert verfolgt. Fast immer wird darin einerseits der Wunsch beider Seiten nach intensiverem Austausch geäußert, andererseits aber die Sprachbarriere als fast unüberwindbares Hindernis betont. So auch im Gildeheft Nr. 87/2007 und in einem ansonsten wunderbaren Interviewbeitrag der PW-Professional (Nr. 04/09) in dem es hieß: „Ohne Dolmetscher geht es nicht“. Damit erwachten mein (ostdeutscher) Stolz und Widerspruchsgeist.

Geht es wirklich nicht? Es müssen ja nicht gleich gegenseitige Besuche und Ausstellungen von Quilt-Kunst sein. In Zeiten elektronischer Post und automatischer Übersetzungsfunktionen müsste doch auch Kommunikation zwischen „normalen“ Hobbyquilterinnen möglich sein. Außerdem gibt es ja auch noch die gute, alte Briefpost.

Da kam es mir gerade recht, dass Herr Werner Eibisch, Kenner und Förderer der russischen PW-Szene, im o.g. Interviewbeitrag anbot, Lesern mit Kontaktwunsch nach Russland behilflich zu sein. Auf meine Anfrage an Herrn Eibisch erhielt ich bald die erste herzliche E-Mail von Frau Oksana Winnitschenko aus Susdal.

Obwohl Oksana weder die deutsche noch englische Sprache beherrscht und ich nur noch wenige Brocken Schulrussisch, klappt die Verständigung völlig unproblematisch mit Hilfe des Google-Übersetzers. Durch Einkopieren des automatisch ins Russische übersetzten Textes in meine Mail ist auch das Problem der fehlenden kyrillischen Tastatur gelöst. Die Kenntnis der kyrillischen Buchstaben und einiger wichtiger Vokabeln ist natürlich trotzdem nützlich, um grobe Schnitzer der automatischen Übersetzung zu erkennen und auszumerzen.

Inzwischen weiß ich, dass Oksana Winnitschenko zu den auch in Deutschland bekannteren russischen Künstlerinnen gehört. Wer sucht, findet, z. B. auch auf der Gildeseite (Mitgliederbereich, Reportagen, 2009), ihre bezaubernden Arbeiten, meist von der heimatlichen Natur und Tradition inspiriert, aber ungewöhnlich in Technik und Komposition. Ich selbst habe eher keine künstlerischen Ambitionen und Fähigkeiten und arbeite vorwiegend für den „Hausgebrauch“. Trotzdem nimmt Oksana stets sehr an meinen Arbeiten und Projekten unserer Patchwork-Gruppe Anteil und spart nicht mit freundlicher Aufmerksamkeit und Anerkennung.

Oksana Winnitschenko hat einen eigenen Blog http://blogs.mail.ru/inbox/oksana_vin/, auf dem sie ab und zu Mitmach-Projekte organisiert. Das sind z. B. Mini- Monatsquilts, Tausch von textilen Postkarten (AMC) zum Neuen Jahr und Ähnliches.

AMC sind bei uns ja leider etwas aus der Mode gekommen, in Russland aber noch recht verbreitet und beliebt. Das liegt sicher auch daran, dass man trotz begrenzten materieller Möglichkeiten auf diesem kleinen Format ohne Risiko mit Materialien und Techniken experimentieren und Gestaltungsideen verwirklichen kann. Außerdem bietet sich die Form für den Austausch, auch international, geradezu an.

An Oksanas Neujahrskartentausch beteilige ich mich regelmäßig, wodurch sich wiederum neue Bekanntschaften, auch echte Briefwechsel, ergeben haben.

Ein direkter Austausch zwischen unseren Gruppen (in Russland Club genannt) hat sich zwar bisher nicht ergeben, aber auch sie profitieren von unserer „virtuellen“ Freundschaft. Mit großem Interesse wurde bei den Mitgliedern des Susdaler Clubs meine Video-DVD über unsere Gruppe und hiesige Ausstellungshöhepunkte, aufgenommen.

2011 habe ich Oksana über die jährlich in Neubrandenburg stattfindende Handarbeitsbörse mit Patchworkausstellung berichtet und Fotos geschickt. Gern wollte sie auf ihrem Blog mit meiner Hilfe eine Reportage darüber veröffentlichen, um ihre Leserinnen daran teilhaben zu lassen. Zuerst konnte ich mir das nicht vorstellen, aber Oksana blieb hartnäckig. Mein Text in deutscher Sprache musste einige Male per E-Mail hin und her gehen, bis mit Hilfe des Übersetzungsprogramms und Oksanas Korrekturen ein einigermaßen lesbarer und realistischer Bericht in russischer Sprache  entstand. Russinnen neigen anscheinend etwas zu freundlicher Übertreibung bei der Bewertung fremder Leistungen. Der Bericht und Kommentare dazu sind noch im Eintrag vom 17.10.2011 auf Oksanas Blog zu lesen (Zugang über den Kalender in der linken Menüspalte; etwas runterscrollen, ggfs. Seite übersetzen lassen).

Die Kommentatorinnen des Beitrags waren besonders von unserem damals noch unfertigen Gruppenquilt „Aus Großmutters Wäschetruhe“ angetan.

Mein persönlicher Höhepunkt dieser Geschichte ist aber bisher die Teilnahme an Oksanas Projekt „Farben des Lebens“. Dabei rief sie auf Ihrem Blog dazu auf, zu den Farben Blau, Rot, Grün und Gelb je sechs textile Postkarten zu gestalten. Dass die Karten einer Farbe nicht als Serie, sondern als quadratischer Block präsentiert werden sollten, und dass jede Teilnehmerin in Etappen insgesamt 24 AMC zu nähen hatte, habe ich allerdings erst bei „Grün“ mitbekommen.

Obwohl es sich „nur“ um Karten handelt, lohnt es wirklich, die Arbeiten aller 65 Teilnehmerinnen im Detail anzuschauen (s. o.g. Blog, Einträge v. 15.03., 04.04. und 01.05.2012), denn sie zeigen das ganze Spektrum der bei russischen Patchworkerinnen beliebten Motive, Techniken, gestalterischen Vorlieben und Fähigkeiten. Von liebenswertem Kitsch bis zu sehr originellen kleinen Kunstwerken ist alles dabei.

Obwohl ursprünglich nur als Online-Projekt geplant, konnten die „Farben des Lebens“ dann auch in mehreren Ausstellungen in Moskau und Umgebung gezeigt werden, so im April 2013 anlässlich der  Moskauer „Nacht der Museen“ im Ausstellungssaal „Warschawka“ und im Mai auf dem Internationalen Patchworkfestival „Quiltfest-2013“ (s. Oksanas Blog, Eintrag vom 12.04.2013). Die einzige russische Patchworkzeitschrift „Magische Momente“ (http://artquilt.ru) berichtete in großer Aufmachung von der Aktion und zeigte eine Auswahl, darunter meine „Blau“ und „Grün“ sogar auf dem Titelbild ihrer Ausgabe 5-6/ 13. Sicher habe ich diese besondere Aufmerksamkeit nicht zuletzt meinem „Exotenstatus“ als Deutsche zu verdanken, trotzdem war die Freude meinerseits natürlich groß, als ich die Zeitschrift und ein „Diplom“ für die Teilnahme am Quiltfest in den Händen halten konnte.

„Переписываться – in Briefwechsel stehen“ - Briefwechsel mit sowjetischen Schülern waren besonders in den sechziger und siebziger Jahren zwar nicht Pflicht, aber DDR-offiziell erwünscht und besonders bei Mädchen auch durchaus beliebt und sehr verbreitet. Mit violetter Tinte auf Rechenkästchenpapier geschriebene Briefe in mit bunten Motiven bedruckten Umschlägen, auch Päckchen mit Mischka-Konfekt, Matrjoschka-Puppen und anderen märchenbunten Kleinigkeiten – daran können sich die meisten der in der DDR aufgewachsenen Frauen meiner Generation erinnern.

Es lohnt sich, mit Hilfe der neuen Kommunikationsmittel an diese ostdeutsche Tradition anzuknüpfen. (Die Briefumschläge und Briefmarken sind übrigens immer noch so schön bunt wie in unserer Schulzeit.) Ich jedenfalls empfinde die Kontakte aus der Ferne zu Oksana, Marina, Anna und Natalja nicht nur inspirierend für mein Hobby, sondern auch menschlich als Bereicherung. Und meine Russisch-Kenntnisse sind schon wieder besser geworden.

Austausch zwischen deutschen und russischen Patchworkerinnen funktioniert also auch ohne Dolmetscher!

Die russischen Patchworkerinnen freuen sich sehr über internationale Beteiligung an ihren Projekten. Wer nun Lust darauf bekommen hat, z. B. am Neujahrskartentausch teilzunehmen, sich aber eine direkte Kontaktaufnahme nicht zutraut oder nicht wünscht, kann sich gern an mich wenden.

Übrigens – ich schaue nicht nur nach Osten, ich tausche auch Signaturblöcke mit Frauen aus Westeuropa und Amerika, aber das wäre schon wieder die nächste Geschichte.

Beate Schult, Neubrandenburg, Mecklenburg-Vorpommern



Спасибо всем! Рада за всех нас! Отдельное спасибо Беате!!!!! СПАСИБО!!!!!!!!

6 комментариев:

  1. Эх, жаль немецкого не знаю! Но очень надеюсь на переводчик on-line! Спасибо Оксана за приятную весть!

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    1. Людмила, я рада за всех нас! А немецкий я тоже не знаю)))))))))

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  2. Ответы
    1. Валерия, я очень рада, что эта статья опубликована, что о наших проектах теперь будут знать и в Германии!
      Спасибо!

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Спасибо, что нашли время, чтобы оставить мне комментарий. Я действительно ценю это и я всегда отвечу.
Оксана